Therapieformen
Durch dieses Training soll das Pferd eine bessere Tiefenwahrnehmung und Koordination bekommen - dadurch können Verletzungen reduziert werden.
Durch Verletzungen nimmt das Pferd eine Schonhaltung ein, die es erlaubt, so angenehm und schmerzfrei wie möglich zu gehen oder zu stehen. Oft bleibt auch nach einer vollständigen Genesung die Schonhaltung bestehen, weil sich die „Bewegungssensoren“ (= Rezeptoren) in den Muskeln noch immer an den Schmerz erinnern und so vorbeugend das Signal für die Schonhaltung ans Gehirn weiterleiten. Durch das Propriozeptionstraining können diese Rezeptoren „überlistet“ werden – und zwar funktioniert das so:
Das Pferd wird über einen sog. Propriozeptionsparcours geführt, welcher aus Abschnitten verschiedener Bodenverhältnisse besteht ( z. B: Sand geringe Tiefe, Kies, Asphalt, tiefer Sand, Wasser, Schotter…). Durch das rasche Abwechseln der Untergründe können sich die Rezeptoren nicht schnell genug anpassen, dadurch kann nicht die gewohnte Schonhaltung eingenommen werden, sondern der betreffende Körperteil muss richtig belastet werden. Mit der Zeit gewöhnt sich das Pferd also wieder an die korrekte Bewegung und merkt, dass es auch bei der richtigen Belastung nicht mehr weh tut- die Schonhaltung verschwindet, die Tiefenwahrnehmung und Koordination verbessern sich.
Propriozeptionstraining kann aber auch bei gesunden Pferden angewendet werden. Pferde, die immer am gleichen Untergrund geritten werden(z.B. immer in der Halle), verlieren mit der Zeit ihre Tiefenwahrnehmung. Das äußert sich dadurch, dass sie auf anderen Bodenverhältnissen plötzlich stolpern oder Taktfehler zeigen. Durch Propriozeptionstraining können diese Probleme behoben werden und das Pferd erhält eine bessere Koordination.